Kasspatz’n, kühles Bier und Fotoshootings: Plausch mit Bryan Soderlind

Nach dem Event in München hast du ein paar deutsche Wakeparks besucht. Was denkst du über diese? Was unterscheidet sie von denen in den Staaten?

Bear: Ehrlicherweise bin ich in den USA so gut wie nie an einem Cablepark, mal abgesehen vom Valdosta Wake Compound, wo ich ein paarmal war. Spots wie Lake Ronix, Area 52 und Battle Falls sind alles private 2.0-Parks. Somit bekomme ich das “fröhliche Rundendrehen” an den öffentlichen Spots eigentlich nie mit. Die deutschen Parks waren auf jeden Fall auf einem heftigen Level. Alles war perfekt und einladend. Eben Orte, an denen man den ganzen Tag verbringen kann und will. Kaffee im Handumdrehen, leckeres Essen, eine eigene Szene mit coolen Ridern und jede Menge weitere Aktivitäten.
Die paar Tage am Turncable waren unglaublich. Es war so einfach zu shooten, selbst zu fahren, etwas zu essen und dann wieder von vorne zu beginnen, ohne dass man den Spot verlassen musste. Der Waketoolz Wakepark war ebenso großartig. Gute Vibes und unzählige Optionen zum shredden und shooten. Beide Spots haben mir wieder mehr Lust auf Wakeboarding gemacht. Es ist einfach fantastisch andere Rider zu sehen und mit Leuten die man nicht kennt in Fotoshootings zu arbeiten. In den Staaten sind es meist nur eine handvoll Rider mit denen ich fotografieren gehe.

Bryan Soderlind aka. The Golden Bear

“The German parks were on another level. They were so well done and accommodating and places you could spend your whole day at.“ – Bryan Soderlind

Wenn ein bekannter Fotograf wie Bryan vorbei kommt, gibt sich der Chef natürlich die Ehre – Andreas "Vossi" Voss am Waketoolz Wakepark
Dom Hernler mit einem massiven Wallride am Turncable Wakepark
Schön zu hören, dass dir die Arbeit hier Spaß gemacht hat. Zum Abschluss hast du einen Trip nach Österreich unternommen. (siehe “Ötztal Exploration“ in unserer Ausgabe No. 11) Weit oben in den Bergen zu winchen ist nicht gerade das, was man täglich macht. Mit welchen Problemen hattest du und die Crew zu kämpfen? Gibt es witzige oder verrückte Stories, die dir dabei einfallen?

Bear: Der Trip ins Ötztal war der epischste Teil meiner Reise. Da ich es gewohnt bin auf Meereshöhe zu leben, hatte ich schon ein bisschen Probleme mit der Höhenluft da oben – aber ich glaub das ging uns allen so. Alles wurde zu einer echten Mission. Vor allem die Winch an einen Platz zu bekommen und dann mit der Hantel zum gewünschten Startpunkt zu gehen. Jedes Mal eine echte Herausforderung. Wir hatten den Ort dort für uns ganz alleine, aber das hat dafür gesorgt, dass wir ab und an ziemlich doof dastanden. Ein paarmal sind große Felsbrocken die Berge heruntergerollt und es war schon abgefahren, dass wir die einzigen waren, die das beobachteten. Cool war auch, dass wir immer ein paar Bier im eiskalten Wasser deponiert hatten, mit denen wir nach einer gelungenen Session anstoßen konnten. Wenn wir durch die Gegend gefahren sind, saßen Dom (Hernler) und ich meistens im Fahrerraum, während Timo (Kapl) und Blake (Bishop) auf der Ladefläche umgeben von unserem Material lagen. Wir sind immer wieder um Kurven geheizt oder haben das Licht hinten ausgemacht, um die Jungs ein bisschen zu ärgern. Haha. (lacht)

 

Klingt nach einer guten Zeit … yeah! Am Ende hast du nicht nur den Covershot, sondern gleich eine ganze Menge mehr Fotos für die Ausgabe No.11 beigesteuert. Welches ist dein Favorit und warum?

Bear: Es ist immer schwer ein einzelnes Bild zu nennen, aber wenn ich muss, nehme ich das Cover. Die Idee von Dom dafür find ich einfach hammer und zudem gefällt es mir, wenn Wakeboarding wie etwas anderes aussieht. So viele Rider sind großartige Snowboarder, Skater oder Surfer und ich finde es witzig diese Sportarten mit einfließen zu lassen, denn im Endeffekt ist es doch alles eine Art der seitlichen Fortbewegung auf einem Brett.

 

Wir lieben das Cover auch. Um das Interview abzuschließen und den Kids und Nachwuchs-Fotografen, die gerade beginnen mit der Kamera zu arbeiten, noch einen Tipp vom Meister mitzugeben: wie bist du so gut geworden? Hast du Fotografie studiert und was sollte man tun, um berühmt oder/und erfolgreich zu werden?

Bear: Mit Anfang 20 kam ich ohne jeglichen Hintergrund zur Fotografie. Ich hab einfach angefangen mit einer alten analogen Kamera rumzuspielen und so einen Faible dafür entwickelt. Um mich fortzubilden, hab ich immer viel ausprobiert und über Fotografie gelesen. Meiner Meinung geht es nicht darum irgendwas bestimmtes zu erreichen, sondern viel mehr darum zu versuchen, dass die Fotos die man schießt besser als die sind, die man das letzte Mal gemacht hat. Es gibt eine natürliche Progression, für die es jedoch Zeit benötigt. Daher wird man immer weiterlernen und somit Schüler bleiben.

“I don’t think it’s about achieving anything more than just taking better pictures than the last time you took them. There’s a natural progression that takes time so you will always be a student and learning.” – Bryan Soderlind

Schön gesagt und die perfekten Worte zum Abschluss. Auch wenn wir nicht wissen, wie eine weitere Progression bei dir noch möglich sein soll, denn wir lieben deine Arbeit ja schon jetzt sehr, freuen wir uns auf das was da in unserer zukünftigen Zusammenarbeit noch folgt. Mal schauen, wann wir uns das nächste Mal treffen und wann du wieder nach Europa kommst, um den großartigen Kaffee und die leckeren Kasspatz’n zu genießen, während wir einfach eine gute Zeit beim gemeinsamen Shooting haben. Danke, dass du dir die Zeit genommen hast, Bryan.

Folgt Bryan Soderlind auf Instagram um mehr von seiner großartigen Arbeit zu sehen: instagram.com/thegoldenbear

Und für unsere Leser zum Abschluss noch ein paar absolute Favoriten, die in unseren Ausgaben der vergangenen Jahre gedruckt wurden.

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