Frenchman auf dem Gaspedal: Interview mit Jules Charraud

Er ist einer der jungen, talentierten und motivierten Rider aus Frankreich. Wenn man über Railriding spricht, sollte man Jules Charraud definitiv im Kopf haben. Wer mehr über ihn und seinen brandneuen Sponsor Shape Obstacles erfahren will, sollte hier weiterlesen.

Frankreich – eine “Cable-Nation“. Verteilt über das ganze Land gibt es ziemlich viele Wakeparks und einige davon sind auch international bekannt. So ist es kein Wunder, dass immer wieder französische Rider durch ihr Wakeboarding auf sich aufmerksam machen.

Einer dieser Emporkömmlinge ist Jules Charraud. Das, sowie obendrein die Tatsache, dass er von nun an Teil des Shape Obstacles Teams ist, werden womöglich dafür sorgen, dass er seine Karriere jetzt auf das nächste Level boosten kann. Wir haben mit Jules über ein paar aktuelle Themen gequatscht. Jules fährt für Red Bull, Slingshot, Soöruz und Shape Obstacles.

 

Hi Jules, tu uns den Gefallen und stell dich unseren Lesern erst mal kurz vor. Wo kommst du her? Wie alt bist du? Die Fragen, die eben immer kommen.

Jules: Hi. Mein Name ist Jules Charraud. Ich bin 18 Jahre alt und meine Heimatstadt ist Cergy, nur unweit von Paris. Allerdings bin ich in den Süden gezogen und fahre nun am La Source Wake Park, der in der Nähe von Toulouse liegt.

Oh. Da kannst du dich glücklich schätzen, einen schöne Park für deine täglichen Sessions vor der Türe zu haben. Wann hast du mit dem Wakeboarden begonnen und wie kam es dazu?

Jules: Angefangen habe ich am Cergy Wake Park, als ich zehn Jahre alt war. Zwei Jahre zuvor, hatte mein Dad davon gehört, dass es nur wenige Kilometer von unserem Zuhause ein Cable gibt. Er hat Wakeboarding ausprobiert und es direkt geliebt. Das Problem für mich dabei: Kids unter zehn Jahren durften dort nicht fahren. Also hab ich meinem Daddy knapp zwei Jahre fast jeden Tag zugesehen, wie er seine Runden drehte und erst dann durfte ich auf’s Wasser. (lacht)

Klingt nach einer harten Zeit für dich, aber du hast es ja durchgestanden. Du hattest zu Beginn also Cergy als Homespot. Heute ist es La Source. Und natürlich warst du schon an einigen Wakeparks rund um den Globus unterwegs. Was braucht ein guter Spot, um dich glücklich zu machen?

Jules: Um glücklich zu sein, brauche ich nicht besonders viel. Gute Vibes, eine guter Park, gute Leute vor Ort und natürlich die optimale Session. Haha.

Wenn du das berücksichtigst, was sind deine Top3 Wakeparks weltweit?

Jules: Es gibt viele Parks die ich liebe. Aber wenn ich wählen soll, dann würde ich Valdosta Wake Compound, den Thai Wake Park und CWC nennen, denn die bedeuten mir wirklich viel.

Jules Charraud // Portrait

“Um glücklich zu sein, brauche ich nicht besonders viel. Gute Vibes, eine guter Park, gute Leute vor Ort und natürlich die optimale Session. Haha.“ – Jules Charraud

Die Parks sind bekannt und man hat schon einiges von dort gehört. Geheimtipps sind es also nicht, aber das war ja nicht die Frage. Vor kurzem warst du mit Soöruz auf der Welcome Tour in Deutschland unterwegs. Was denkst du über die Wakeparks hierzulande und welche haben dir am besten gefallen?

Jules: Die Wakeparks in Deutschland sind der Wahnsinn. Alle die ich besucht habe, waren ziemlich groß. Sie hatten gute Restaurants, entweder gleich zwei Fullsize Cables oder aber System 2.0s mit am Spot, oder sogar beides. Das hat mir wirklich gefallen, denn sowas siehst du in Frankreich eigentlich kaum. Wenn ich drüber nachdenke, waren der Waketoolz Wakepark und Turncable wohl meine Favoriten. Da der Lift bei Wake and Groove gerade repariert wurde, konnten wir dort nicht fahren, aber der Park hat auch echt cool ausgesehen.

Jules Charraud X Waketoolz Wakepark Bi-Level // Photo: Söoruz
Handplants bei La Source // Foto: Xabi Barreneche

Alle von dir genannten Parks, haben ein heftiges Setup an Features. Du bist als Railrider bekannt. Was sind deine Gedanken zu klassischem Wakeboarding mit Air Tricks?

Jules: Meiner Meinung sind Air Tricks einfach ein anderer Bereich innerhalb des Wakeboardens. Das gleiche gibt es beim Snowboarden oder Skateboarden. Dort gibt es Kerle wie Tony Hawk, die Spezialisten in der Halfpipe sind, während sich andere auf Street und/oder Rails konzentrieren. Ich bevorzuge einfach Rails, aber ab und an hab ich auch bei Air Trick Sessions meinen Spaß. (grinst)

Jules hat Style // Foto: Xabi Barreneche

Die Tatsache, dass du dich so sehr dem Railriding widmest, hat vermutlich beim Deal mit deinem neuen Sponsor geholfen. Vor kurzem wurdest du Teil des Shape Obstacles Teams. Wie kam es dazu?

Jules: Oh ja. Darüber freu ich mich richtig. Angefangen hat alles bei der “Back to School“ Jam in Frankreich. Markus Katzengruber (Anm.: der CEP von Shape) war ebenso dort. Er kam auf mich zu, wir haben uns unterhalten und dann hat er mich gefragt, ob ich in sein Team kommen möchte. Da musste ich nicht lange überlegen und nun sind wir hier.

Eine der großen Chancen, wenn man Teil des Shape Teams ist, ist die Möglichkeit ein Team Series Feature zu entwerfen. Was du dir da ausgedacht hast, ist ziemlich vielseitig. Es hat so viele Optionen. Erzähl uns mal was dazu.

Jules: Als Markus mich gefragt hat, ob ich mein eigenes Feature designen möchte, hatte ich schon so viele Ideen im Kopf. Ich wollte etwas kreieren, das ein bisschen verrückt ist, das eine Menge an Lines ermöglicht und aus dem man verschiedene Varianten bauen kann. Natürlich hab ich mir schon einige Lines, die ich darauf fahren will, ausgedacht, aber es wird noch viel mehr geben, als ich mir im Moment ausdenken kann. Wirklich sehen werden wir es, wenn es auf seinem Platz steht und bereit ist, gefahren zu werden.

Klingt gut. Wenn du dennoch eine favorisierte Option wählen müsstest, welche wäre es?

Jules: Im Moment würde ich sagen, die erste Option mit dem Tree Rail. Das ist die Basis meines Features und daher die erste Version die ich im Kopf hatte.

Okay, genug drüber geschwätzt. Hier ist das Jules Charraud Team Series Feature aka. Transformer in einer Animation für unsere Leser:

Das Feature wurde bereits an den Cable Milano in Italien und nach Almere in den Niederlanden verkauft. Wirst du da sein um es als erster zu shredden, sobald es dort installiert wurde?

Jules: Ich hoffe sehr, dass ich dort sein kann, um der erste zu sein, der es fährt. Der Gedanke ein Feature, das man selbst designed hat, zu fahren, ist echt spannend für mich.

Das kann man nachvollziehen. Was sind deine Pläne für die Zukunft als Wakeboard-Pro?

Jules: Bezüglich meiner Karriere habe ich keine knallharten Pläne. Ich versuche einfach immer besser zu werden, um eines Tages ganz oben in unserem Sport zu stehen. (grinst)

Wow. Das klingt nach ner Menge Motivation. Alles gute dafür. Für den Moment wünschen wir dir einen guten Winter und freu dich schon mal auf die ersten Hits auf deinem Shape Obstacles Team Series Feature. Wir können es kaum erwarten, zu sehen, wie du es rockst.

Wakeboarden = good times // Foto: Xabi Barreneche

“Bezüglich meiner Karriere habe ich keine knallharten Pläne. Ich versuche einfach immer besser zu werden, um eines Tages ganz oben in unserem Sport zu stehen.“ – Jules Charraud

The Transformer: Ein Feature, unzählige Möglichkeiten

Wie wir gehört haben, wird das erste Jules Charraud Feature an den Cable Milano geschickt. Mal schauen ob ein deutscher, ebenso wie ein französischer Wakepark auch eines bekommen wird? Wir werden Jules definitiv im Auge behalten, denn wir sind davon überzeugt, dass er eine große Zukunft vor sich hat. Es wird spannend, was man als nächstes von dem jungen Kerl aus Frankreich hört.