Munich MASH 2026: Doubles, NBDs und ein Finale voller Überraschungen
Rivers Hedrick, Trent Stuckey und Liam Peacock sichern sich die Goldmedaillen bei Munich Mash 2026 am heißesten Wochenende des Jahres im Münchner Olympiapark.
60.000 Zuschauer, Temperaturen nahe der 40-Grad-Marke und ein Riderfeld, das kaum Wünsche offen ließ: Munich MASH 2026 bot einmal mehr Wakeboarding auf höchstem Niveau.
Zurück im Programm war in diesem Jahr der Best Trick Contest am Freitagabend, der trotz einsetzender Dämmerung direkt für einige der spektakulärsten Momente des Wochenendes sorgte.
Best Trick: Progression bis in die Dunkelheit
Bei den Frauen sorgte vor allem die erst 16-jährige Nanou Lenaers für Aufsehen. Die jüngste Teilnehmerin im Feld zeigte zunächst einen stylischen Crail Tantrum to Blind und ging anschließend sogar einen Moby Dick sowie einen Moby Dick 5 an, die sie beide leider nicht rausfahren konnte.
Claudia Pagnini stellte ihren Signature Back Mobe sauber wie immer hin, Campbell Scarborough überzeugte mit einem technisch starken Rewind (Toe Back 180 to BS 360) und auch die beiden Street-Spezialistinnen Katinka Buiting und Joelina Gerards zeigten spektakuläre Best-Trick-Versuche. Den Sieg holte sich schließlich die Amerikanerin Rivers Hedrick mit einem stylischen und sauberen 3-to-1 Rewind (Nosegrab FS 360 to Stalefish BS 180).
Mit der sinkenden Sonne stieg das Level bei den Männern. Lucas Holmes schickte als erster Rider vom Dock einen riesigen Method in den Münchner Himmel, anschließend KGB und eine Double Backroll Stalefish – die ihm im ersten Heat auf Platz 1 brachte. Daniel Kleshchar zeigte einen sauberen Crow Mobe 720, während die beiden Deutschen Nico von Lerchenfeld und Dominik Gührs ihre hohen Double Half Cab Rolls auspackten. Weitere Highlights kamen von Ariano Blanik mit einem Million Dollar Baby (Tantrum 360), Max Milde mit einem schönen Moby Dick 720 und Pedro Caldas mit einem Double Scarecrow.
Gavin Stuckey, der mehrfach einen Double Back Mobe und sogar einen Double Back Mobe 5 angriff, konnte leider keinen der Tricks ordentlich rausfahren. Liam Peacock stellte seinen hohen Double Tantrum to Blind hin, doch am Ende setzte sich Trent Stuckey mit einem perfekt ausgeführten Double KGB Indy an die Spitze.
Knappes Rennen in den Eliminations
Vor dem Frauenfinale am Samstag kämpften dann zwölf der Männer um die begehrten Finalplätze. Felix Georgii und der weit angereiste Benny Heatley mussten verletzungsbedingt leider aussetzen, darüber freute sich der deutsche Backup-Rider Nils Ritzmann.
Im ersten Heat stellte der energiegeladene Pedro Caldas bombastische Läufe hin und qualifizierte sich mit 84,33 Punkten als Erster für das Finale. Ebenfalls weiter kam Trent Stuckey, der gleich mehrere Crow-Mobe-Variationen in seinen Run packte. Lucas Holmes scheiterte hingegen knapp. Trotz Double Flips und eines abwechslungsreichen Runs fehlten ihm am Ende rund zehn Punkte auf Joe Battleday mit seinen sauberen, stylischen Run.
Im zweiten Heat sicherten sich Gavin Stuckey und Liam Peacock mit vielseitigen und technisch anspruchsvollen Trick-Kombinationen ihre Finaltickets. Nico von Lerchenfeld legte nach einem Sturz im ersten Lauf einen starken zweiten Run nach und zog ebenfalls weiter. Mit dabei: ein typisch schöner und einmaliger Rail-to-Rail im Nosepress. Für Ariano Blanik und Daniel Kleshchar reichte es trotz starker Momente nicht für das Finale. Leider schied auch Ersatzfahrer Nils Ritzmann, der zweimal unglücklich stürzte, aus.
Campbell fordert Titelverteidigerin Claudia
Im Frauenfinale wollte Claudia Pagnini ihren Titel aus dem Vorjahr verteidigen. Drei Runs standen jeder Riderin zur Verfügung, der beste zählte. Während viele Fahrerinnen im ersten Durchgang noch etwas vorsichtig unterwegs waren, setzte Rivers Hedrick direkt einen abwechslungsreichen Run aufs Wasser und knackte als Erste und Einzige die 80-Punkte-Marke. Dahinter wurde es von Run zu Run spannender.
Nanou Lenaers und Joelina Gerards konnten ihre Scores steigern und solide Läufe ins Ziel bringen. Katinka Buiting fand dagegen nie ganz zu ihrem Rhythmus. Im Kampf um den zweiten Platz entwickelte sich schließlich ein spannendes Duell zwischen Claudia Pagnini und Campbell Scarborough. Campbell begeisterte mit einem massiven Gap, einem starken Rewind und einem Frontflip auf das Rail am letzten Feature. Claudia hielt dagegen, doch es reichte nicht, um an Campbell oder Rivers vorbeizuziehen.
Liam Peacock punktet im Männerfinale
Bei den Männern konnte man am Sonntag eines der spannendsten Finals seit Langem anschauen. Die Plätze eins bis vier lagen allesamt über der 80-Punkte-Marke und die Führung wechselte mehrfach. Pedro Caldas machte dort weiter, wo er in den Eliminations aufgehört hatte, und setzte mit seinem einzigartigen Style und seiner technischen Schwierigkeit, darunter ein Double Scarecrow, die Messlatte direkt sehr hoch. Lange sah es nach seinem Wochenende aus, bevor Liam Peacock nachlegte.
Mit einem seiner krassesten Runs, darunter ein Double Tantrum to Blind und ein Melon Back Mobe am Rivers Feature, schob sich der Brite zunächst an Pedro vorbei. Im dritten Run legte er noch einmal nach und übernahm mit 87,33 Punkten endgültig die Führung.
Die größte Überraschung des Tages: Die Stuckey-Brüder blieben diesmal hinter den Erwartungen zurück. Zwar zeigte Trent Stuckey einige der spektakulärsten Tricks des gesamten Wochenendes, in einem Run sogar die Kombination aus Pete Rose 900 am Kicker, einen Hardway Crow Mobe am Rivers und einen Blind Pete in der mittleren Section, doch kleinere Fehler kosteten wichtige Punkte. Für Gavin reichte es trotz ein paar kleiner Fehler immerhin aufs Podium.
Der Deutsche Bundestrainer Nico von Lerchenfeld und Joey Battleday konnten ihre Runs nicht ganz so sauber wie geplant durchbringen. Während viele Rider im letzten Durchgang noch einmal alles riskierten, blieben schließlich nur Pedro Caldas und Liam Peacock im Kampf um den Sieg übrig. Am Ende trennten die beiden weniger als ein Punkt. Liam Peacock behielt die Nerven, holte sich den Sieg beim Munich MASH 2026 und sorgte damit für eine der größten Überraschungen der bisherigen Saison.
Munich Mash hat einmal mehr ein Highlight des Wakeboard Sommers gesetzt – ein perfektes Setup, an dem die Zuschauer hautnah erleben können, was einige der besten Athleten auf Wasser zaubern. Dazu der Spirit des Münchner Olympiaparks – besser geht es kaum! Wir freuen uns schon jetzt auf 2027, dann gerne bei etwas moderateren Temperaturen.
Mehr Infos: munich-mash.com
Alle Finals re-live auf Red Bull TV: redbull.com
Alle Fotos: Lehnert




